Abstecher in die Steiermark
(Aug, Schilchergebiet, 23.10. - 24.10.1999)
Willkommen im Weingebiet der Steiermark. Gerhard posiert gerade vor dem Holzhaus, dass Freunde (Barbara K. mit Anhang) angemietet hatten. Traumhafte Weinberge in der Umgebung, daraus resultierend der gute Schilcherwein (Geschichte unten).
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Keine steirische Eiche - |
Vorsichtige Annäherung..... fragt sich nur wer wem? |
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Fast nicht sichtbar - Dr. Laga's Andacht |
Lagebesprechung |
Bereits die Kelten sollen in der La-Tene-Zeit (400 v. Chr.) im Gebiet der heutigen Steiermark einen Wein aus der heimischen Wildrebe, der Wildbachertraube, gezogen haben. Im Jahre 1580 wurde der Schilcher im Weinbuch von Johann Rasch zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Seit dem 16. Jh. kommt er in allen Kellerbüchern der steirischen Herrschaften und Klöster vor. Der innerösterreichische Weinhandel florierte; über die Weinstraße" und die Weinebene" der Koralpe führten die Transporte.
Die Wildbacherrebe ist ein Kind der Weststeiermark. Sie wurde 1841 zum ersten Mal klassifiziert. Erzherzog Johann war ein großer Förderer des Schilchers. Mit Hilfe seines Verwalters Anton Neuhold konnte er die erste Schilcherrebenschule der Weststeiermark errichten. Er ließ über acht Joch Weingärten mit dem Wildbacher ansetzen. So erreichte die Schilcherkultur um 1850 einen hohen Stand.
Eine große Bedrohung kam auf den Weinbau durch das Auftreten der Reblaus zu. Hier erwies sich die Sparkasse Stainz als Retterin des Schilcherweinbaues. Sie erwarb das be-rühmte Weingut Engelweingarten" in Kothvogl. Der Pächter Josef Puchas sen. führte die Umstellung des Wildbachers auf eine amerikanische, reblausimmune Unterlagsrebe durch.
In den 50er Jahren kam der Schilcher plötzlich aus der Mode, er wurde als nicht salonfähig" abgetan.
Seit Beginn der 70er Jahre nimmt der Schilcher einen kontinuierlichen Aufschwung. Dies dürfte auch mit der Umkehr im Geschmackstrend der Konsumenten zusammenhängen. Wurden früher schwere und süße Weine bevorzugt, so richtet sich heute die Nachfrage auf leichte und prickelnde Weine - wie den Schilcher.
Der Schilcher wird in der Weststeiermark, von Ligist über St. Stefan, Greisdorf, Stainz, Bad Gams, Wildbach, Deutschlandsberg, Schwanberg bis Eibiswald, angebaut. Die Schilcherweinstraße verbindet alle Schilcherweinbauern der Weststeiermark zu einer attraktiven Rundreise. Auch in Teilen der Oststeiermark ist der blaue Wildbacher zu finden, doch sein typisches Bukett kann er nur auf den Gneis- und Schiefer-Urgesteinsböden des weststeirischen Hügellandes entwickeln.
Seit 1976 gibt es ein Gesetz zum Sorten- und Herkunftsschutz des Schilchers. Es besagt: als Schilcher dürfen nur Weine deklariert und verkauft werden, die zu 100 % aus der blauen Wildbacherrebe gekeltert werden und ausschließlich in der Steiermark gewachsen sind. Zusätzlich gibt es die Schilcher-Schutzmarke mit dem Symbol des weißen Pferdes", die Qualität, Herkunft und Menge strengstens kontrolliert.
Der Schilcher zählt zu den Rotweinen. Seinen Namen hat er auf Grund der schillernden" Farbe - die Nuancen reichen von blaßrosa über zwiebelfarben bis rubinrot - erhalten. Angebaut wird der Wildbacher auf sehr guten, warmen Lagen bis zu einer Seehöhe von 600 m. Oft sind die Weinhänge sehr steil, so daß ein Maschineneinstz kaum möglich ist und viele Arbeiten manuell gemacht werden müssen.
Die Weststeiermark zählt zu den kleinsten Weinbaugebieten von Österreich; dem Schilcheranbau ist nur eine Fläche von ca. 460 ha (von 400 Weinbauern kultiviert) vorbehalten. Die durchwegs klein strukturierten Betriebe weisen eine durchschnittliche Anbaufläche von 0,9 ha pro Betrieb auf. Die meisten weststeirischen Weinbauern führen ihren Betrieb als Nebenerwerb. Viele haben eine Buschenschank oder betreiben nur Flaschenverkauf.
Heute reicht die produzierte Menge bei weitem nicht aus, um alle Schilcherfreunde
zu versorgen. Der Schilcher, der als sauer" gilt, da er einen
hohen Prozentsatz an Gesamtsäure enthält, und der früher
als Heckenklescher", Rabiatperle" oder Faustschilcher"
bezeichnet wurde, ist heute zum international gefragten Qualitätswein
Nr. 1 geworden.
Der Säuregehalt des Schilchers beträgt 10,5 - 11,5 , der
Restzucker 0,8 - 4 g/Liter und der Extrakt 22 - 30 g/Liter. Es werden in
Normaljahren 1,5 -1,7 Mio. Liter Schilcher erzeugt. Die durchschnittlichen
Flächenerträge liegen bei 4000 - 5000 Liter/ha.

Wir verabschieden uns aus der Steiermark........