Vervielfältigung zum PRIVATEN Gebrauch

Die Urheberrechtsnovelle 2003 nahm für Unternehmen gravierende Änderungen hinsichtlich der Kopien zum "eigenen" Gebrauch vor und führte die dem österreichischen Urheberrecht bis dahin fremde Vervielfältigung zum "privaten" Gebrauch ein. Bis zum Inkrafttreten der Novelle war es "jedermann" auch ohne Zustimmung des Urhebers erlaubt, einzelne Vervielfältigungen für den eigenen Gebrauch herzustellen. Dabei kam es weniger auf die Anzahl der Vervielfältigungen (bei einem Urteil waren 19 Kopien noch erlaubt, 170 aber zu viel) als vielmehr auf den "eigenen" Gebrauch an, der nicht öffentlich sein durfte sondern. Solange die Kopien nur für eine geschlossene Einheit innerhalb eines Unternehmens bestimmt waren oder an persönlich Bekannte auch für deren eigene Verwendung weitergegeben wurden, war die Vervielfältigung gedeckt. Diese Ausnahme galt unabhängig vom Medium und für Privatpersonen und Unternehmen.

Seit 1. Juli 2003 darf "jedermann" nur noch einzelne Vervielfältigungsstücke auf Papier oder einem ähnlichen Träger zum eigenen Gebrauch herstellen.

Das bedeutet künftig, dass für die Verwendung in Unternehmen oder allgemein gesagt für juristische Personen nur noch auf Papier oder Folien kopiert werden darf. Jede Kopie eines Werkes auf allen anderen Medien wie Magnetbänder (Audio-, Video oder Datenbänder), CDs, DVDs, sei es analog oder digital ist ohne Zustimmung des Berechtigten verboten.

Denn auf allen anderen Datenträgern (Audio- oder Videokassetten, CDs etc.) darf nur von natürlichen Personen zum privaten Gebrauch und weder für mittelbare noch unmittelbare kommerzielle Zwecke oder für nicht kommerzielle Forschungszwecke vervielfältigt werden. Sondervorschiften gelten für Schulen, Universitäten und öffentlich zugängliche Archive.

Für UnternehmerInnen bedeutet dies, das sie jede Kopie von Musik, TV oder Video und alle digitalen Kopien von Fotos oder Texten nur noch privat für sich zu Hause machen dürfen. Soll die Verwendung der Kopie auch beruflich erfolgen, sollte man vorher (!!) Kontakt mit den Verwertungsgesellschaften aufnehmen.

Generelle Ausnahmen zum exklusiven Vervielfältigungsrecht gibt es nur noch für so genannte "flüchtige und begleitende Vervielfältigungen". Diese Kopien müssen ein integraler und wesentlicher Teil eines technischen Verfahrens sein, der Übertragung in einem Netzwerk dienen oder einen rechtmäßigen Gebrauch darstellen und dürfen keine eigenständige wirtschaftliche Bedeutung haben. In der Praxis wird darunter die Zwischenkopie im Hauptspeicher eines PC oder die Zwischenspeicherung der übertragenen Daten beim Internetprovider fallen.

Abschließend sei noch hinzugefügt: Digitalkopien von Software oder Datenbanken waren und sind auch weiterhin weder für den eigenen noch für den privaten Gebrauch erlaubt.

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