Technische
Entwicklung
Die
technische Entwicklung schreitet immer weiter voran. Haushalte verwenden
normalerweise Modems zum Anschluß des Computers an das Telefonnetz. Diese
weisen eine Datenübertragungsrate von maximal 56 Kb/sek auf, normalerweise
aber nur 28 Kb/sek. Das größte Hindernis in Österreich liegt
aber nicht in dem oft beschworenen “Flaschenhals” Modem sondern in
den meist veralteten Kupferleitungen der Post. Die PTA kann sogar nur für
einen Datendurchsatz von 9.6 Kb/sek garantieren.
Dies
alles könnte sich schon relativ bald durch eine neue
Übertragungstechnik namens ADSL (Asymetric Digital Subscriber Line)
ändern. Mit Hilfe dieses Systems kann die Übertragungsgeschwindigkeit
zum Anwender trotz Verwendung der alten Kupferdrähte auf bis zu 7,5
Megabit pro Sekunde gesteigert werden, vom Anwender zum Internetprovider soll
sie immer noch 384 Kilobit pro Sekunde betragen. Dies entspricht einer
Steigerung um den Faktor 200.
Die
Umstellung auf das neue System erfordert aber gigantische Kosten. So sollen
alleine die Errichtungskosten für das Netz der Post und Telekom Austria,
das knapp vier Millionen Anschlüsse umfaßt, 100 Milliarden Schilling
betragen.
[220]Die
PTA hat schon einen Feldversuch mit 100 Teilnehmern gestartet, dem in der 2.
Hälfte des Jahres 1997 weitere 1000 Teilnehmer folgen sollen.
[221] Auch
europaweit soll das ADSL-System breitflächig angewandt werden. So wollen
die Telefongesellschaften British Telecom, Deutsche Telekom, Telecom Italia und
die schwedische Telia ab 1998 das System für ihre Kunden am Markt anbieten.
[222]
In den Vereinigten Staaten planen ebenfalls einige Telefongesellschaften die
Einführung des Systems ab 1998.
Auch
die Kabel-TV Gesellschaften drängen in das Geschäft mit dem Internet:
So
bietet die Wiener Telekabel seit Juni 1997 ihren Kunden einen zeitlich
unbeschränkten Zugang ins Internet an. Das Besondere daran ist, daß
die Telekabel auf eine wesentlich bessere Infrastruktur als andere
Internetprovider zurückgreifen kann.
[223]
Dadurch kann der Anwender eine Übertragungsgeschwindigkeit bis zu 10
Megabit pro Sekunde erreichen - dies ist das 500fache der normalen
Zugangsgeschwindigkeit.
[224] Aber
auch die Kabelsignalgesellschaft
[225],
das zweitgrößte KabelTV-Unternehmen Österreichs bietet bereits
solch einen Zugang mit ebendiesen Leistungsmerkmalen an.
Der
Vorteil der Nutzung dieser Netze ist ein mehrfacher:
1)
Es fallen keine laufenden Kosten wie Telefongebühren oder
zeitabhängige Providergebühren an.
2)
Das Telefon bleibt frei.
3)
Durch die enorme Übertragungskapazität steht auch Anwendungen, die
extreme Bandweiten beanspruchen nichts mehr im Weg.
Internettelefongespräche zu Nullkosten zwischen den Filialen werden ebenso
möglich wie Videokonferenzen ohne lästigen Datenverlust, der im Jahre
1996 diese Anwendungen eher zu komisch-tragischen denn nützlichen
Veranstaltungen werden ließ.
4)
Teure Standleitungen werden nicht nur überflüssig sondern vom
Datendurchsatz der neuen Netze bei weiten übertroffen.
5)
Diese Entwicklung trägt bereits der Konvergenz der verschiendenen Medien
Rechnung, sodaß Daten aus dem Internet mit einem entsprechend
ausgerüsteten Fernsehgerät dargestellt werden können.
[220]
Die Telefonleitung - der Schlüssel zu neün Märkten, Pressetext
Austria, 18. März 1997, im Internet
http://www.pressetext.at/cgi-bin/cgiwrap/prestext/.cgi/display.pl.cgi?pta=970318002 [221]
Ifabo ´97: Fast Internet und Internet TV von Alcatel, Pressetext Austria,
8. April 1997, im Internet
http://www.pressetext.at/cgi-bin/cgiwrap/prestext/.cgi/display.pl.cgi?pta=970408001 [222]
Europe to get faster Net, Jeff Pelline, Cnet, 3.10.1997, im Internet unter
http://www.news.com/News/Item/0,4,14899,00.html
[223]
Das Telekabel Netzwerk besteht aus mehreren hundert Kilometern
Glasfaserleitungen, die in Form eines Hauptrings und einzelnen Subringen in
nahezu ganz Wien verteilt sind. Das Glasfaser-Netzwerk reicht bis auf wenige
100 Meter vor die Tür der Wiener Haushalte heran. Diese letzten Meter
werden durch Coaxial-Kabel überbrückt, die durch spezielle
Rückwegverstärker interaktiv gemacht werden. Quelle im Internet:
http://www.telekabel.at/funkt.htm
[224]
weitere Informationen im Internet unter: http://www.telekabel.at/funkt.htm
[225]
im Internet unter http://www.kabsi.at